Presse + Radio

Hier finden Sie eine Auswahl von Presseberichten über unsere Arbeit.

Wie Bilderbücher Familien stärken können - 2016
Titelbild Familienmagazin des Deutschen Kinderschutzbundes "starke eltern – starke kinder"

Bilderbücher können oft weit mehr, als unterhaltsame Geschichten zu erzählen. Viele von ihnen haben eine heilsame, stärkende Wirkung nicht nur auf Kinder, sondern auf die ganze Familie. Davon ist Dr. Angela Thamm, Psychotherapeutin und Erfinderin der „BilderBuchApotheke“, überzeugt.

VON ANKE GASCH

Dr. Angela Thamm ist Germanistin, Pädagogin, Psychotherapeutin, Gründerin des Instituts für Spiel und Sprache und „Mutter“ der „BilderBuchApotheke“.

Seit mehr als zehn Jahren setzt sie in ihrer Praxis Bilderbücher ein und nutzt sie „literaturtherapeutisch“. Mit Werken aus ihrer „Apotheke“ besucht sie Kindertagesstätten und Bibliotheken, wo sie nicht nur mit Kindern, sondern auch mit Eltern arbeitet. Zudem vermittelt sie ErzieherInnen, wie sie die seelische Widerstandskraft von Kindern über Bilderbücher stärken können. Die seelische Widerstandskraft, in Fachsprache „Resilienz“ genannt, ist das „Immunsystem“ unserer Seele. Es sorgt dafür, dass wir gut durch schwere Zeiten kommen, gesund bleiben oder schneller genesen.

Die Psychologin Angela Thamm bei der Arbeit mit einer Kindergruppe. Foto © Andreas Herrmann
Foto © Andreas Herrmann
Literarisch-psychologisches Konzept gegen Angst - 2016
Logo BilderBuchApotheke

Aachen. Ein regelrechtes Curriculum gegen die Angst hat sie entwickelt, die Aachener Psychologin Dr. Angela Thamm. Inmitten von – ausgewählten – Bilderbüchern sitzt sie in ihrer Aachener Praxis und freut sich, dass ihre „Bilderbuch-Apotheke“ nun nicht mehr nur um die Welt reist und international bekannt wird, sondern in Berlin auf große praktische Gegenliebe stößt.

„Hier, in einem großen Familienzentrum, kann man sich gut vorstellen, dass ein systematischer Einsatz von ausgewählten Bilderbüchern bei Ängsten oder auch anderen Belastungssituationen helfen kann. Kinder, Flüchtlinge, im Grunde jeder Mensch, der sich besser fühlen möchte, kann mit einem Eintauchen in die Geschichte und die Bilder des Buchs, natürlich mit professioneller Anleitung, Hilfe erfahren, auch zur Selbsthilfe.“

Für diese literarisch-therapeutische Arbeit hat sie bereits ein Curriculum entwickelt, das zum Beispiel für Erzieher und andere pädagogisch-soziale Berufe in die Ausbildung einfließen könnte. „Das möchte ich nun nicht nur in Berlin umsetzen, sondern auch hier in Aachen anbieten. Das ist mir eine Herzensangelegenheit“, sagt sie. Neben der literaturtherapeutischen Bildungsarbeit würde sie auch gerne dazu forschen, um zusätzlich zur praktischen Erfahrung wissenschaftliche Erkenntnisse vorlegen zu können.

Hat die „Bilderbuch-Apotheke“ erfunden: Die Psychologin Angela Thamm will Patienten mit Bilderbüchern bei Ängsten und anderen Belastungssituationen helfen. Foto: Andreas Herrmann
Hat die „Bilderbuch-Apotheke“ erfunden: Die Psychologin Angela Thamm will Patienten mit Bilderbüchern bei Ängsten und anderen Belastungssituationen helfen. Foto: Andreas Herrmann

Zugang zur eigenen Welt

Die Symbolisierungskraft von Märchen und Geschichten kann dem Leser und Betrachter der Bilder helfen, Zugang zu seiner eigenen inneren Welt zu bekommen, sagt Angela Thamm. „Verborgen weniger in den Texten als in den Illustrationen der Bilderbücher liegen szenische Lösungen für Konflikte“, weiß sie aus langjähriger Erfahrung. „Der Plot so manchen Bilderbuches klickt sich viel schneller als eine lange Beratung ins Unbewusste ein, und es entsteht ein Aha-Erlebnis.“ Bei Ängsten Schmerzen, Depressionen und anderen psychischen Erkrankungen setzt sie gerne die Arbeit mit den Bilderbuchszenen ein, um Klienten die Dynamik ihrer inneren Welt verständlich zu machen.

Fast rund um die Welt reiste Angela Thamm in Zusammenarbeit mit den Goethe-Instituten mit ihrer „Bilderbuch-Apotheke“. Sie hielt Vorträge, leitete Bildungsveranstaltungen, gab Workshops für Kinder und Interviews, um ihr Konzept bekannt zu machen.

Nur in Aachen, wo sie seit langem eine große psychotherapeutische Praxis betreibt, kann sie die vielen literarischen, künstlerischen und therapeutischen Dimensionen ihrer Bilderbuch-Literaturtherapie noch nicht ausreizen. Deshalb lädt sie alle Interessierten ein, ihre Bilderbuch-Apotheke und auch ihr „Institut für Spiel und Sprache“ kennenzulernen, in dem es um Gefühle, Fantasie, Sprache und ihren künstlerischen Ausdruck geht.

Von: Ingrid Peinhardt-Franke, Aachener Nachrichten
Letzte Aktualisierung: 1. Januar 2016, 16:26 Uhr

1. Berliner BilderBuchSalon - Der WDR 5 interviewt Dr. Thamm

Wir freuen uns, dass Eleonora Pauli im Rahmen der Sendung "Leonardo - Service Bildung" die BilderBuchApotheke vorgestellt hat.

Es ging am 25.09.2014 um die ganzheitliche Gesundheitsförderung mit Bilderbüchern.

Medienkonsum beeinflusst kindliche Entwicklung - März 2015

Angela Thamm macht mit der „Bilderbuchapotheke“ auf Probleme durch übermäßige Handy- und TV-Nutzung aufmerksam
Supersonntag 11.03.2015, von Maribel Porras, Aachen.

Medien sind in der heutigen Zeit allgegenwärtig, egal ob durch das Fernsehen, das Tablet oder durch das Handy: Immer und überall sind die Menschen den Medien ausgesetzt. Das gilt auch für Kinder. Die Nutzung von Medien beeinflusst die Entwicklung von Kindern massiv. In die Schule gehen, Hausaufgaben machen und sich dann vor den Computer oder Fernseher setzen: So sieht der Alltag vieler Kinder in Deutschland aus. Oft sind es sogar die Eltern, die ihre Kinder vor dem Bildschirm parken, um ihre Ruhe zu haben. Allerdings ist dieser Tagesablauf schädlicher, als so manche Eltern denken würden.

Die Psychotherapeutin Angela Thamm versucht mit der „Bilderbuchapotheke“ auf die Probleme des heutigen Medienkonsums aufmerksam zu machen. „Es gibt viele Studien darüber, was bei zu viel Medienkonsum bei Kindern passiert. Die interessantere Frage ist jedoch, was eben nicht passiert. Einige wichtige Aspekte der Entwicklung werden nämlich vernachlässigt“, sagt Thamm.

 

Angela Thamm befasst sich seit einiger Zeit mit der Entwicklung der kindlichen Fantasie. Foto: Maribel Porras

Handwerkszeug fürs Leben

Damit meint die Psychotherapeutin vor allem die Entwicklung der Sprache und der Vorstellungskraft, genauer gesagt die „innere Sprache“. Sprache wird durch Erfahrungen und Erlebnisse entwickelt, zum Beispiel indem durch ein Wort viele Assoziationen entstehen. „Wenn sie mehreren Kindern das Wort ‚Wald´ zurufen, wird ein Kind, das viel vor dem Fernseher oder dem Computer hockt, weniger damit anfangen können als ein Kind, das schon viel im Wald erlebt hat. Das ist dann der erste Schritt zur Verkürzung der Sprache“, so Thamm. Deswegen brauchen Kinder Erlebnisse, von denen sie mit eigenen Worten berichten können, aber auch, um eine gesunde Vorstellungskraft zu entwickeln. Kinder brauchen dringend Kontakte um sich herum, die sie beleben, denn nur so lernen die Kleinen, sich auszudrücken. „In der Zeit, in der ein Kind nur vor einem Bildschirm sitzt, geht wertvolle Zeit verloren, die es benötigt, um sich zu entwickeln. Damit verpassen sie, das Handwerkszeug auszubauen, das sie für das Leben ausstattet“, erklärt Thamm.

Die Motorik spielt bei der Entwicklung ebenfalls eine große Rolle. „Kinder sind heutzutage weniger motorisch entwickelt, als früher“, weiß Thamm. Ein Kind, das Musik ausschließlich über Medien zu hören bekommt, kommt weniger auf die Idee, selbst Musik zu machen, etwa durch Klatschen oder ein Instrument erlernen. Wenn Kindern immer alles nur vorgelebt wird, statt sie es miterleben zu lassen, werden sie nicht lernen mit Konflikten und Problemen umzugehen. Kindgerechter Umgang mit Medien Heutzutage ist es sehr schwierig, beinahe unmöglich, Kinder von der Mediennutzung abzuhalten. Ihnen diese Medien ganz zu verschweigen, wäre auch nicht der richtige Ansatz. „Es ist nicht schlimm, wenn Kinder eine kurze, begrenzte Zeit vor dem Computer sitzen, denn früher oder später lernen sie es ja doch. Allerdings sollte Bewegung immer die höchste Priorität haben und Eltern sollten sich daneben setzen und mit dem Kind das Gesehene bzw. Gehörte reflektieren“, sagt die Psychotherapeutin. Medien sind Teil des Alltags, doch wo die Mediennutzung bei Kindern reduziert werden kann, sollten Eltern dies auch versuchen, rät sie.
Foto: Maribel Porras

Vitamin de Regional - Pasch-Schule und Goethe-Institut
Papiertheater > Märchenhaftes Lehren und Lernen

Vitamin de Regional
20 Jahre Goethe-Institut Kasachstan > Ein kleiner Rückblick

Wir freuen uns sehr, dass das Goethe-Institut Kasachstan unseren Workshop an der dortigen Pasch-Schule in ihren 20-Jahre-Rückblick aufgenommen hat.

Abschlussbericht zum Lamy Expertenforum - Juli 2014
LAMY Design made in Germany

Die Magie der Handschrift –
Warum wir wieder öfter mit der Hand schreiben sollten
[...]
„Bei der Gestaltung von Zeichen und Buchstaben darf der ganze Körper mitmachen. Durch die dynamische Bewegung erleben wir ein Glücksgefühl. Wir erfahren emotionale Nähe zu uns selbst und nehmen unseren Körper dabei in besonders positiver Weise wahr“, erklärt die Psychologin. Schreiben macht also glücklich? „In gewisser Weise, ja“, sagt Thamm.
[...]

Presseberichte zum Lamy Expertenforum im Februar 2014
Magazin Schule - Titelbild Ausgabe Mai/Juni 2014

Am 13. Februar fand in Düsseldorf das zweite Expertenforum zum Thema „Schreiben lernen“ statt. Auf Initiative von Lamy fanden sich Fachleute aus unterschiedlichen Disziplinen zusammen, um die aktuelle öffentliche Debatte aufzugreifen und zukünftige Entwicklungen zum Thema ergebnisoffen zu diskutieren.

Die Teilnahme war für uns alle sehr inspirierend und ein schwungvoller Auftakt, die Sache der Handschrift in Zukunft stärker in das Bewußtsein der Öffentlichkeit zu tragen.

Berichte von Lamy und mehreren Magazinen können Sie hier herunterladen.

Hochschulradio 2013

Hier hören Sie ein Interview mit Dr. Angela Thamm vom 29.3.2013 über ihr Projekt "BilderBuchApotheke".

Füllen Sie Papier mit Phantasie - dann wird ein tolles Buch daraus. - 2007
Psychotherapeutin Dr. Angela Thamm (Fotografie: ZunhoHa)

Die Kinder und die deutsche Psychotherapeutin Dr. Angela Thamm schmücken zusammen selbst gemachte Bücher mit Glasperlen. (Fotografie: ZunhoHa)

Überschrift des Original-Artikels

Füllen Sie Papier mit Phantasie - dann wird ein tolles Buch daraus.

‚Ich mache mir ein Buch’ - eine Veranstaltung des Goethe-Instituts,
Psychotherapeutin Dr. Angela Thamm leitete einen Kinderworkshop

„Akuneoeo! Akundeoeo!“

Als die blauäugige deutsche Lehrerin mit dem Zauberhut den Zauberspruch aufsagte, sprachen die Kinder herumspringend den Zauberspruch nach. Bunte Tücher schwangen zurück, und das Bilderbuch , Die Königin der Farben’ erschien auf der großen Leinwand.
Das war eine Überraschungszaubershow, die Dr. Angela Thamm vorbereitet hatte, um die Kreativität der Kinder herauszulocken.

Die Veranstaltung ,Ich mache mir ein Buch’ mit dem Goethe-Institut’ am 27. in der Yongsang Bibliothek fand mit dem Ziel statt, den Kindern den Kopf und das Herz zu öffnen.
Die Kinder drückten mit Bildern aus, was ihnen spontan im Kopf herumging. Sie stempelten ihren Namen auf die mit bunten Farben gedruckten Bilder und schmückten die Bücher mit hübschen Perlen.

Zinwoen Choi ( aus der 2. Klasse der Huam-Grundschule in Seoul) sagte: „Ich fühle mich wie ein Autor, da ich mir selbst eine Geschichte ausgedacht und ein Buch gemacht habe.“ Seonah Cheong ( aus der 2. Klasse der Sangkyung-Grundschule in Seoul), die wegen des heißen Wetters einen Schneemann gemalt hatte, las auf der Stelle ihre Geschichte vor: „Als der böse Sommer seinen heißen Atem auspustete, weinte Seonah laut. Da tauchte der Schneemann auf, besiegte den Sommer und schenkte ihr weiße Schneeflocken.“

Dr. Thamm sagte: „Wenn man sich selbst ein Buch macht, dann kann ein kreatives Potential entdeckt werden und durch Lob wächst das Selbstbewusstsein der Kinder“, während sie die Bücher der Kinder fotografierte.
Ahrim Kim

Suedkorea, Seoul, im Juni 2007, kid.chosun.com

Primer seminario de biblioterapia, Boletín, Juni 2011
Bilder aus Boletín, der Online-Zeitung des Hospital Dr. Luis Calvo Mackenna in Santiago de Chile
Bilder aus Boletín, der Online-Zeitung des Hospital Dr. Luis Calvo Mackenna in Santiago de Chile
María Isabel Tenhamm, Directora de la Fundación Giracuentos, Dra.Ps Ángela Thamm del Instituto para el Juego y el Lenguaje de Aachen, Uebersetzerin Margit Schmohl
María Isabel Tenhamm, Directora de la Fundación Giracuentos, Dra.Ps Ángela Thamm del Instituto para el Juego y el Lenguaje de Aachen, Margit Schmohl traductora, la pequeña Paz Carrasco y Valeria Díaz del CABN. 10

Bericht aus Boletín, der Online-Zeitung des Hospital Dr. Luis Calvo Mackenna in Santiago de Chile über ein Symposium zur Bibliotherapie, initiiert vom Goethe Institut.

Ehrgeiziges Ziel: 100 Freiwillige Helfer gesucht - 2011
Angela Thamm ist überzeugt von der heilsamen Wirkung der Bilderbücher. Für ihr Projekt «Bilderbuch-Apotheken» sucht sie nun Ehrenamtler und Sponsoren. Foto: Heike Lachmann
Angela Thamm ist überzeugt von der heilsamen Wirkung der Bilderbücher. Für ihr Projekt «Bilderbuch-Apotheken» sucht sie nun Ehrenamtler und Sponsoren. Foto: Heike Lachmann

Von Margot Gasper, Aachener Nachrichten vom 19.01.2011
Aachen. Angela Thamm hat ein großes Ziel: Die Diplom-Psychologin möchte in der Städteregion Aachen 100 «Bilderbuch-Apotheken» einrichten. Für dieses kulturelle Bildungsprojekt sucht Thamm 100 Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren wollen. Ein Jahr lang sollen sie einmal in der Woche ihre Arbeitszeit einer Institution zur Verfügung stellen.
Das kann zum Beispiel einer Bücherei sein, ein Kindergarten, eine Grundschule, ein Altenheim oder ein Krankenhaus. Angela Thamm braucht für ihr Modellprojekt aber auch Sponsoren. Denn die einjährige Schulung und Begleitung eines Ehrenamtler sowie die Ausstattung mit Material kostet jeweils 1000 Euro.
Den ersten Unterstützer für ihren Traum hat die 58-Jährige bereits gefunden, einen prominenten sogar: Oberbürgermeister Marcel Philipp übernimmt die Schirmherrschaft für die ersten drei «Bilderbuch-Apotheken».
Der OB sponsert die Projekte für die Stadtbücherei, für die Bibliothek der deutsch-türkischen Gesellschaft Eurotürk und für den Kindergarten im Preuswald.
Die «Bilderbuch-Apotheke» greift eine alte Vorstellung auf: die Idee von der Heilkraft des Vorlesens. Besonders geeignete Bilderbücher sollen nicht nur die Lesekompetenz fördern, sondern auch therapeutisch genutzt werden, erläutert Thamm. Sie selbst hat Germanistik, Pädagogik und Psychologie studiert und aus verschiedenen Einflüssen ihren literaturtherapeutischen Ansatz entwickelt. «100 Bilderbuch-Apotheken sollen helfen, Bilderbücher neu zu entdecken», sagt sie.
Und die Bilderbücher sollen beitragen, «kreative Räume» zu erschließen, mehr Sprache für Gefühle zu entwickeln, und so letztlich heilsam wirken. «Die ehrenamtlichen Vorleser nutzen die Bilderbücher, um eine Sprache für Gefühle anzubieten», sagt Thamm.
Die Diplom-Psychologin, die in der Bendelstraße ihre Praxis und auch das «Institut für Spiel und Sprache» betreibt, hat mit ihrem Konzept der «Bilderbuch-Apotheke» im Ausland bereits Beachtung gefunden.
Für das Goethe-Institut hat sie im Frühjahr vergangenen Jahres im Rahmen eines Leseförderungsprojekts 16 Veranstaltungen in Brasilien und Bolivien gestaltet, Workshops mit Kindern und Vorträge für Menschen, die Bilderbuch-Experten werden wollen.
Ab Mai 2011 ist Angela Thamm wieder mit der «Bilderbuch-Apotheke» unterwegs: in Kolumbien, Venezuela, Peru, Brasilien, Argentinien und Chile.
In Aachen sollen nun die ersten die Vorleser für ihren Einsatz geschult werden. Thamm plant mehrere jeweils dreistündige Veranstaltungen. «Und die Bilderbuchexperten sollen natürlich auch Lehrer, Erzieher und Eltern inspirieren», sagt sie.
Für Freitag, 18. Februar, 17 Uhr, plant Thamm in Aachen einen «Bilderbuch-Salon» zu ihrem Projekt. Veranstaltungsort ist das Couven-Museum am Hühnermarkt. Für den künstlerischen Rahmen der Veranstaltung werden die Musikerinnen Johanna Schmidt (Violine, Klavier) und Gitta Schäfer (Saxophon) sorgen. Informieren und anmelden kann man sich unter 0241/5591540. Ebenfalls bereits terminiert ist der erste von insgesamt fünf Vorträgen. Am 15. April, 17 Uhr, heißt es in der Barockfabrik am Löhergraben: «Post für die Königin der Farben».

Hilfe fürs Seelenheil aus der "BiIderbuchapotheke" - 2008

Von Tineke Kaiser, Aachener Nachrichten vom 22.11.2008

Kita "Mittendrin" in der Goerdelerstraße setzt auf therapeutisches Lesen. Fester Bestandteil in der pädagogischen Arbeit. Vorbild für andere?

Aachen. Die kleine A. blättert versunken in einem Bilderbuch, während die Fotografen noch eifrig Fotos schießen. Es wird nämlich ein neues Konzept in der Kita "Mittendrin" in der Goerdelerstraße vorgestellt.

Es geht um das Bücherschränkchen, das mit vielen Bilderbüchern gefüllt ist und vor dem die kleine A. und der kleine J. sich in ein Bilderbuch vertiefen. Die sogenannte "Bilderbuchapotheke" wird von nun an ein fester Bestandteil in der pädagogischen Arbeit der Kita sein. Und DiplomPsychologin Dr. Angela Thamm, als "Mutter" dieses Konzeptes, hofft auf viele weitere Kitas, die diesem Beispiel folgen werden.

Die Bilderbuchapotheke soll nach den Worten von Angela Thamm" als kommunikatives Mittel in den Alltag der Familien integriert werden". Das geht dann so: Kinder und Erzieherinnen stecken zusammen ihre Köpfe in ein Bilderbuch. Die Geschichte wird zusammen besprochen und jeder kann etwas dazu beitragen.

Dank der finanziellen Unterstützung der Sparkasse Aachen erhielten die Erzieherinnen der Einrichtung eine spezielle Ausbildung zum therapeutischen Lesen, den "Vorlesebrief". Für Kita-Leiterin Nassim Navvabi ist es "ja nicht neu, Bilderbücher in unserer pädagogischen Arbeit zu gebrauchen". Neu sei es allerdings, es gezielter als therapeutisches Lesen in Verbindung mit den Themen der Kinder einzusetzen und zu vertiefen.

Dahinter steht die Idee, dass die Kinder in gewissen Lebenssituationen gedanklich eine Brücke bauen von den Geschichten zu ihrem eigenen Leben. Ziel ist, dass die Kinder Lösungen für sich und andere entwickeln, aber auch, dass das seelische Wohlbefinden gestärkt wird. Themen wie Trauer, Eifersucht oder Freundschaft werden behandelt. Diese Bildergeschichten haben eine Symbolkraft, die über die Sprachlosigkeit hinweg helfen kann. Durch das therapeutische Lesen wird schon früh etwas für ein ausgeglichenes Seelenleben getan. "Das Problem unserer heutigen Gesellschaft heißt Anerkennung", meint die Bilderbuchapothekenerfinderin Angela Thamm. Beim therapeutischen Lesen, wo jeder mitmachen kann, werde auch das Sozialverhalten und das Gemeinschaftsgefühl gestärkt. Es fördere die Entwicklung und den Ideenreichtum der Kinder.
(Kindernamen von uns gekürzt)

Angela Thamm in der Kita "Mittendrin", Kindergesichter auf Wunsch der Eltern unkenntlich gemacht
Angela Thamm mit der BilderBuchApotheke in der Kita "Mittendrin", Kindergesichter auf Wunsch der Eltern unkenntlich gemacht.
Arznei für den Geist - 2008

js, Aachener Nachrichten vom 20.11.2008

Kinder erobern die Welt der Bücher zurück

Aachen. Dekorativ steht die Bilderbuchapotheke auf einem kleinen Tisch. Das große hölzerne Buch enthält viele kleine Bücher zu allen möglichen Themen, die Kinder interessieren. Die Erzieherinnen der Kindertagesstätte "Mittendrin" haben zum Ende ihrer Fortbildung einen Vorleseführerschein erhalten. Nun wollen sie unter Anleitung und Supervision von Dr. Angelika Thamm ihren kleinen Schützlingen die Welt der Bücher näherbringen.

Unterstützt von der Sparkasse Aachen ist der Bücherschrank der Tagesstätte als Geschenk nun bestens ausgerüstet. Es wurde eine literaturtherapeutische Auswahl an Büchern getroffen, denn es soll auch Präventivarbeit im Bereich psychosoziale Gesundheitsförderung geleistet werden. Die Bilderbuchapotheke, in der sich Vitamine zum Wohlfühlen befinden, ist bisher ein Pilotprojekt. "Es ist ein Ziel, Bilderbücher wieder salonfähig zu machen", so Thamm. "Ich locke die Kinder gerne in die Situation, indem ich ihnen eine spannende Geschichte anbiete. Diese lesen wir dann zusammen und jedes Kind darf daran teilhaben, darf etwas dazu sagen und sich äußern."

So entstehe ein Gefühl der Zusammengehörigkeit, erklärt sie. Das Buch sei ein Medium, die Fantasie wieder zu entwickeln und Gefühle zu (re)produzieren. Viele Kinder verlernen heute die Handschrift, da der Computer immer früher in die Kinderzimmer Einzug hält. Thamm möchte die Kinder ermutigen, wieder in den eigenen Buchprozess zu kommen, eine Geschichte zu hören und dann etwas eigenes zu reproduzieren, denn dadurch entwickle sich auch die Identität. "Wir wollen die Bücher in den Alltag der Kinder integrieren", fügt Kita-Leiterin Nassim Navvabi hinzu. "Ich finde es wichtig, dass sich Kinder aktiv mit dem Medium Buch auseinandersetzen", so Thamm, "Wenn sie noch nicht schreiben können, setze ich auch gerne Stempel ein, das hat sich schon sehr gut bewährt. Bücher seien die Brücke zum Ausdruck.

Die Bilderbuchapotheke soll nun individuell in den Alltag einfließen, entweder indem die Kinder sich einzeln mit den Büchern beschäftigen oder in Kleingruppen. Es ist auch geplant, die Eltern und ältere Geschwisterkinder mit einzubeziehen.

Angela Thamm in der Kita "Mittendrin", Kindergesichter auf Wunsch der Eltern unkenntlich gemacht
Macht Vorlesen eigentlich klüger? - 2008
Macht Vorlesen eigentlich klüger?
Angela Thamm im Interview

Antworten von Dr. Angela Thamm (Diplom-Psychologin), Initiatorin der Würselener Ideenbörse

An wen richtet sich das Projekt „Buchkinder“ und welches Ziel steckt dahinter?
Thamm: Das Buchkinder-Projekt, welches in Leipzig gestartet wurde, richtet sich insbesondere an Kinder im Kindergarten- und Grundschulalter, aber auch an interessierte Jugendliche und Erwachsene, an Erzieherinnen, Eltern, Großeltern, kurz an alle, die Lust haben, mit Drucken, Stempeln und Schreiben die Phantasie auf Reise zu schicken und das Handwerk des Büchermachens neu zu entdecken.

Ist die Gute-Nacht-Geschichte, das Vorlesen oder die Tradition, dass sich Eltern gemeinsam mit ihren Kindern mit Büchern beschäftigen, in Vergessenheit geraten?
Thamm: Leider ja, insbesondere in den Familien, in denen der Fernseher einen Hauptanteil der Kommunikation übernommen hat. Eltern, aber auch Erzieherinnen, denen nie vorgelesen worden ist, haben oft keine Vorstellung von dem, was dabei insbesondere emotional alles gelernt werden kann.

Wie wirkt sich die mediale Reizüberflutung auf die Wahrnehmung von Kindern und ihre sprachliche Entwicklung aus?
Thamm: Die modernen Medien (ver)führen dazu, dass eigenes Erleben mit allen Sinnen verkümmert: An die Stelle des kreativen Ausdrucks etwa im Zeichnen, Malen, Schreiben und der Gestaltung eigener Ideen tritt die Hast zum immer neuen Reiz. Da hat die eigene Phantasie kaum noch eine Chance, erlebt zu werden – und das ist ein großes Problem.

Wie ändert sich die sprachliche Welt angesichts der modernen Medien?
Thamm: Die Bedeutung der Wörter in unserer Sprache wird gelernt in Szenen, die wir mit ihr verbinden: Das Wort „Würselener Jungenspiele“ löst bei Menschen, die niemals in Würselen mitgefeiert haben, ganz andere innere Bilder aus als bei denen, die nie ein Kirmeszelt von innen gesehen haben, geschweige denn Maibäume aufgestellt und Fahnen geschwenkt haben. Die Lebendigkeit unserer sprachlichenWelt wurzelt in der Chance, die wir dem eigenen mit all unseren Sinnen einräumen: Das noch so köstliche Essen des Fernsehkochs können wir weder riechen noch schmecken. Der Fernseher dreht unsere Fantasie auf Sparflamme.

Wie helfen Bilderbücher bei der Entwicklung?
Thamm: „Wer liest is(s)t“ – denn in den Bilderbüchern wird die Phantasie wieder angefacht: Durch Identifikationen mit den Protagonisten und Projektionen eigener Gefühle in die poetischen Szenen ermöglichen Bilderbücher vielfältiges Lernen für Kopf und Bauch, modellhafte Konfliktlösungen auf der Bilder-Buch-Bühne.

Macht Vorlesen klüger?
Thamm: Ja, aber nicht immer: Zuhörer gleich welchen Alters, Vorleser und Buch müssen gut zueinander passen. Und im „VorLeseFlow“ passiert besonders intensives Lernen zwischen Menschen über Bilderbücher und Texte. Vorlesen wird heute leider selbst von Fachleuten in seinem pädagogischen Wert immer noch unterschätzt und noch nicht einmal von der Stiftung Lesen ausreichend wissenschaftlich fundiert.
Probieren Sie es wieder einmal aus: „Wenn meine Mama mir vorliest, verwandelt sich mein Bett in ein Schiff und wir fahren auf Abenteuerreise – wie durch Zauberei.“
(zitiert aus: Carl Norac, Meine Mama kann zaubern).

Anja Klingbeil

Literatur kann heilen helfen - 2008
Literatur kann heilen helfen

Wetzlarer Neue Zeitung vom 11.01.2008

Vortrag über Sprachdefizite als Problemursache

Wetzlar (hg). Literatur als Heilkraft für die Seele des Menschen - darum ist es am Dienstagabend im Foyer der Phantastischen Bibliothek in Wetzlar gegangen, als Angela Thaum auf Einladung der CDU Lahn-Dill im Rahmen ihres Bildungsforums über"Sprachliche Defizite als Ursachen psychischer Probleme" sprach.

Die promovierte Diplom-Psychologin und niedergelassene Psychotherapeutin bezog sich bei ihren Ausführungen über die Möglichkeit, mit Hilfe von Gedichten und Geschichten "Unbewusstes zu regulieren", auf die Erfahrung der Gestaltungspsychologie. Danach bewirkt beim Menschen "jeder Ausdruck einen Eindruck, der wiederum nach einem Ausdruck sucht". Thamm legte dar, dass Kinder in unserer hochtechnisierten Zeit zwar Wörter zur Hand haben, oft fehle ihnen jedoch dafür eine innere Anschauung. So kenne ein Stadtkind zwar das Wort "Wald", die innere Begegnungsmöglichkeit mit diesem Begriff sei ihm - im Gegensatz zu einem Försterkind - zumeist aber verschlossen. Literatur, Kunst und Musik böten dem Menschen die Möglichkeit, "auf seiner inneren Bühne" die Realität des Lebens durchzuspielen und sich von depressivon und aggressiven Anteilen seines Wesens zu lösen.

Anhand von Bilderbuchgeschichten und eigenen Praxiserfahrungen belegte Angela Thamm, die an der Philipps-Universität in Marburg im Fachbereich Erziehungswissenschaften einen Lehrauftrag hat und in Aachen ihrem Institut "Spiel und Sprache" vorsteht, wie sich die Sprachwelt eines Menschen in der Begegnung mit Literatur erweitern und zur Entwicklung eines gesunden Selbstbewusstseins beitragen kann.
In der Begegnung mit literarischen Werken komme es darauf an, nicht - wie im Deutschunterricht üblich - allein zu fragen: Was meint der Schriftsteller?, sondern auch der Frage nachzugehen: Was überträgt sich auf mich, wenn ich mich auf die Sprachwelt des Autors einlasse?

Die angeregte Diskussion der 20 Veranstaltungsbesucher mit der Referentin machte deutlich, dass die Heranführung an literarische Texte neben einer großen Chance auch an erhebliche sozialpsychologigche Grenzen stößt. Wenn Angela Thamm für ihren literaturtherapeutischen Ansatz wiederholt die Zeit der Romantik als Reaktion auf die verstandsbetonte Aufklärung (um die Wende 18./19. Jahrhundert) anführte, blieb außer Acht, dass sich die damals gepflegte Kultur mit Lesezirkeln, Hausmusik und Reigentanz fast ausnahmslos in gehobenen Gesellschaftsschichten abspielte, und heutige Kindergärten und Schulen einen solchen geistiggepflegten Unterbau oft nicht voraussetzen können.

Angela Thamm sprach beim CDU-Bildungsforum über Literatur als Therapie. (Foto: Henning)
Angela Thamm sprach beim CDU-Bildungsforum über Literatur als Therapie. (Foto: Henning)

Dr. Angela Thamm - "Der Fernseher redet nicht"

(red). Im Rahmen des 3. Bildungsforums der CDU LahnDill referierte Frau Dr. Angela Thamm vom Institut für Spiel und Sprache, Aachen, über das Thema "Sprachliche Defizite als Ursachen Psychischer Probleme" . Ein kleiner interessierter Kreis nutzte die Gelegenheit, sich von einer Expertin über Sprache und Bilder informieren zu lassen.

Frau Dr. Thamm machte anhand von Bildern deutlich, wie Bilder dazu beitragen können, zur Sprache zu finden. Kinder, die malen, drücken ihre Stimmung aus. Sie sind sozusagen Therapie.

Bilder sind aber auch Impulsgeber. Wenn man im Kindergarten, im Elternhaus mit Kindern Bilderbücher anschaut, die Geschichten dazu vorliest, wird bei den Kindern das Bedürfnis geweckt, lesen zu können. Deshalb, so Frau Dr. Thamm, sei es so wichtig, so früh wie möglich mit Bildergeschichten zu beginnen.

In diesem Zusammenhang machte sie deutlich, dass zu viel Fernsehkonsum nicht förderlich sei, denn ein Fernseher rede nicht. Das weniger Sprechen sei ein Verlust an Kultur. Auch die Tiefe der Sprache werde dadurch bedingt weniger ausgeprägt und weniger inhaltsreich.

Unter den Gästen konnte CDUKreisvorsitzender Hans-Jürgen Irmer auch die CDU-Bundestagsabgeordnete Sibylle Pfeiffer, Kreisbeigeordnete Ulla Landau (Lahnau), Kreistagsabgeordnete Heike Ahrens-Dietz (Sohns) und Sigrid Winkler (Herbom) begrüßen.

Bilderbücher schärfen die Sinne - 2005
Bilderbücher schärfen die Sinne

Rheinische Post vom 18.11.2005

VON ULLA PANTEL

ERKRATH Methoden ganzheitlicher Sprachförderung in Elternhaus und Kindergarten erläuterte Dr. Angela Thamm in einem Vortrag in der Stadtbücherei im Bürgerhaus. "SprachSpielSpuren" lautete der Titel, unter dem die Diplompsychologin, Germanistin und Pädagogin zunächst erklärte, warum der fortschreitenden Sprachlosigkeit bei Kindern so dringend entgegengewirkt werden muss.

Mangelnde verbale Ausdrucksfähigkeit bedeute weit mehr als schlechte Noten in der Schule: "Es ist die Sprache mit ihren Symbolen und Zeichen, die uns Denken und Dialog ermöglicht", erklärte Angela Thamm. "Psychische Krankheiten, auch Gewalt, wie wir sie zur Zeit in Frankreich erleben, haben immer auch mit Sprachdefizit zu tun." Im Gegensatz zum Fernsehen würden gute Kinderbücher helfen, eigene innere Bilder zu entwickeln und Ausdrucksmöglichkeiten für Gefühle zu finden.

Um der modernen Medienwelt etwas entgegen setzen zu können, reiche es nicht, dem Kind ein Buch in die Hand zu drücken. Vorleseprojekte bewährten sich, wenn Buch, Vorleser und Zuhörer eine Wohlfühleinheit bilden, in der innere Bilder entstehen können. "Die fünf Sinne Sehen, Hören, Riechen, Schmecken und Tasten sind es, mit denen wir unserer Sprache szenische Lebendigkeit einverleiben", so Dr. Thamm. "Ein Kind, das nicht weiß, wie es im Wald riecht, wie sich Waldboden oder eine Rinde anfühlt, kann mit dem Wort Wald auch nichts verbinden."
Im sinnlichen Erleben von Literatur, Musik, Malerei und Theater erweitere sich die sprachliche Welt. "Im eigenen Ausdruck wächst neues Selbstbewusstsein und das Unsagbare wird sagbar." Eine gute Methode bestehe darin, Kinder nach einer vorgelesenen Geschichte eigene Bilder malen und anschließend erklären zu lassen oder die Geschichten nachzuspielen. So entstünden eigene Geschichten.

Für den praktischen Gebrauch stellte Dr. Thamm geeignete Kinderbücher vor. In "Olli Krachmacher" sei die Entdeckung der inneren Bilder sehr anschaulich thematisiert. "Seling, Pumpernickel und die Katze Flora" stelle Angst und ihre Überwindung dar. Bei "Robbi regt sich auf" und "Wo die wilden Kerle wohnen" gehe es um die Wut und die Möglichkeit, ihr eine Gestalt zu geben, die Verarbeitung ermögliche." Frederick" schildert einen Sinne-Sammler, der Wörter und Farben zusammenträgt und kreativ nutzt. Doris Dörries "Mimi" sei ein Mädchen, das in eine andere Rolle schlüpft, um sich selbst von außen zu betrachten und so Lösungen für ihre Konflikte findet.

Die Bilder hinter den Wörtern erkennen - 2004
Die Bilder hinter den Wörtern erkennen

Aachener Nachrichten vom 22.11.2004

ALSDORF. Olli Krachmacher liebt den Lärm. Stillsitzen ist für ihn ein Greuel. Olli Krachmacher ist ein aktives Kind, vorsichtig formuliert. Wie Olli die Ruhe entdeckt, erzählt ein Bilderbuch.
Das stellte die Psychotherapeutin Angela Thamm in der Stadtbücherei Alsdorf jetzt einem kleinen Kreis von Erzieherinnen vor. Weil es zeigt, wie sehr auch die mediale Reizüberflutung die Wahrnehmung von Kindern beeinträchtigt und sich auf ihre Sprachentwicklung auswirkt. Denn die Welt der inneren Bilder, die Welt der Fantasie verkümmere bei Kindern zunehmend, bedauerte Angela Thamm. Bei der ersten Veranstaltung für Erwachsene im Rahmen der Aktion "Kinder-Lese-Leicht" skizzierte sie, wie Bilderbücher die Welt der inneren Bilder in Bewegung bringen und die Sprache und die Sinne fördern. "Wer die Bilder hinter den Wörtern nicht erkennt", so Thamm, "verliert seine Ausdrucksmittel. Wer immer nur aufnimmt, gerät aus dem Rhythmus."

Olli Krachmacher ist der Star eines Kinderbuchs. Das stellte Dr. Angela Thamm Erzieherinnen vor. Foto: Stefan Schaum
Olli Krachmacher ist der Star eines Kinderbuchs. Das stellte Dr. Angela Thamm Erzieherinnen vor. Foto: Stefan Schaum

Lebhaftes Erinnern

Wie sehr etwa Bilderbücher die Entwicklung prägen, brachte eine Erinnerungsrunde ans Licht. Denn die anwesenden Erwachsenen erinnerten sich durchaus noch lebhaft an ihr Lieblingsbuch aus Kindheitstagen. Und das Gefühl, es auf Mamas Schoß sitzend vorgelesen zu bekommen. Thamm: "Wollen wir dem zunehmenden Übergriff der modernen Medien etwas entgegen setzen", so die Essenz des einstündigen Vortrages, "müssen wir zunächst die Welt der inneren Bilder durch Lesen und Vorlesen wieder entdecken." (ssc)