Bewegende Kunst - Einladung zum Dialog

Angela Thamm - Institut für Spiel und Sprache - 2004 bei der Eröffnung der Ausstellung "Bewegende Kunst"

Was macht die Kunst mit mir?

Bewegt sie meine Sinne?

Erweitert sie meine innere Welt?

Im Projekt „Bewegende Kunst - Einladung zum Dialog“ laden Künstler/innen in Bild und Text ein, Heilungsprozesse modellhaft mitzuerleben. Hier sein Beginn und seine Erfolgsgeschichte:

Im Juni 2004 ist die vom damaligen Beauftragten der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen Karl Hermann Haack initiierte Ausstellung

ZEIGE DEINE WUNDE – BEFREIENDE KUNST
PSYCHIATRIEERFAHRENE STELLEN AUS

Lars-Ulrich Schubert:  Kerlchen

zu Gast in Würselen im Raum Aachen. Bei einem Ausstellungsspaziergang mit Papier und Stift wurden, angeleitet mit poesietherapeutischem Handwerkszeug, Gedanken und Gefühle der AusstellungsbesucherInnen lesbar.

Im Schreibprojekt "Bewegende Kunst - Einladung zum Dialog" gestalten sich - Wort für Wort - Resonanzen im Text.

Ein Bild der Ausstellung heisst "Kerlchen" (Lars-Ulrich Schubert).

Angela Thamm - Institut für Spiel und Sprache - der Kommunikationsturm der Ausstellung "Bewegende Kunst"

In den Texten zur Ausstellung spiegelt sich ihr Wert auf neue, besondere Art. Anlässlich der Ausstellungseröffnung "Zeige Deine Wunde - Befreiende Kunst" am 15. Dezember 2005 in München beschreibt die Schauspielerin Franziska Walser ihr Erleben so:
„Diese Bilder sind für mich wie ein „Urgrund“ von Kunst, weil sie etwas wegschaffen, in dem sie etwas bewusst machen: Zweifel, Ängste, Schmerz, Gewalt, um wieder Ich sagen zu können. Dadurch kann das Leben wieder in Fluss kommen . . .“

Zur Projektidee gehört das VorLesen der Offenen Briefe, z.B. bei einer Finissage. So wird Solidarität unmittelbar erfahrbar und neues Verstehen von Verwundung und Verwundbarkeit möglich.

In einem Kommunikationsturm versteckt reiste das Projekt
BEWEGENDE KUNST - Einladung zum Dialog
samt Schreibutensilien und Briefkasten von Beginn 2004 bis Anfang 2007 mit der Berliner Wanderausstellung.

Es trug, so die Pressemitteilung der Behindertenbeauftragten Karin Evers-Meyer, MdB, entscheidend zur Auszeichnung mit dem Förderpreis "Entstigmatisierung von Menschen mit psychischen Erkrankungen" der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN) bei.
"Ich bin glücklich," so Evers-Meyer, "dass es gelungen ist, die Anliegen von Menschen mit Psychiatrieerfahrung stärker in den Blickpunkt zu bringen, ihre kreativen Fähigkeiten zu präsentieren und über die Beteiligung von Besucherinnen und Besuchern zu einer Entstigmatisierung beizutragen."

Die Ausstellung endete am 5. Januar 2007 in der Saarländischen Galerie Berlin mit einem eindrucksvollen Vortrag: ausgewählte Briefe wurden von einer Sprecherin im Dialog mit einem Kontrabass inszeniert.

Das Institut für Spiel und Sprache bietet die Begleitung auch Ihrer Ausstellungen mit diesem Projekt an. Wir freuen uns im voraus über Ihr Interesse, Ihre Anregungen und Fragen!